Langhaus

Der spätromanische Stil (letztes Drittel des 12. Jahrhunderts) kommt hier deutlich zum Ausdruck. Die mächtigen Pfeiler steigen wuchtig in die Höhe. Mit grosser Sorgfalt sind die Bogenkonstruktionen gefügt. Das Langhaus ist im sogenannten gebundenen System erbaut, indem den drei querrechteckigen Jochen des Mittelschiffs je zwei quadratische Joche der inneren Seitenschiffe zugeordnet sind. Die dreigeschossigen Mittelschiffwände gehören zu den ausgereiftesten Schöpfungen spätromanischer Architektur. Sie bestehen aus einer hohen spitzbogigen Arkadenzone, der darüber liegenden Empore mit dreigeteilten Rundbogenöffnungen und aus dem Obergaden mit seinen tief eingeschnittenen Rundbogenfenstern. Die Gewölbe des Mittelschiffs sind nicht romanisch, sondern gotisch, denn sie ersetzten die ursprünglichen, beim Erdbeben von 1356 eingestürzten Gewölbe.

Die inneren Seitenschiffe wirken mit ihren kräftigen Kreuzgratgewölben ganz spätromanisch. Die Gewölbe sind noch mit dem originalen Verputz des 12. Jahrhunderts versehen. Dieser enthält zum Teil regelmässige Quaderfugen, die eingeritzt und farbig nachgezogen wurden. Die äusseren Seitenschiffe wurden erst später (um 1300) und in gotischem Stil angebaut.

Bei der Innenraum-Restaurierung 1996-99 entdeckte man, dass das Gewölbe des Mittelschiffes einst mit einem Marienzyklus bemalt war. Dieser entstand um 1420 und wurde nach der Reformation eliminiert und überstrichen, so dass heute nur noch unter ultraviolettem Licht Spuren des Bindemittels erkennbar sind.