Frühmittelalter

Die gallorömische Bevölkerung lebte bis ins 7. Jahrhundert in den spätrömischen Mauern, während sich bereits in der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts am rechten Rheinufer alemannische Neusiedler niedergelassen hatten. Seit der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts wird auch eine fränkische Bevölkerung in und um Basel fassbar. Es lässt sich jedoch keine lückenlose Siedlungskontinuität auf dem Münsterhügel belegen. Das Christentum macht sich seit dem 4. Jahrhundert in der Gegend von Basel bemerkbar. Als erster Bischof für das Gebiet der Rauracher ist Bischof Justinianus (343-346 n.Chr.) überliefert. Im Frühmittelalter befand sich eine kleine Bischofskirche im Castrum Rauracense in Kaiseraugst. Sowohl die Anfänge des Bistums Basel wie auch der Kirchenbauten auf dem Basler Münsterhügel sind jedoch unklar.

Der Bischofssitz muss sich im Laufe des Frühmittelalters von Kaiseraugst auf den Münsterhügel in Basel verschoben haben, wo der spätrömische Kastellbezirk zum bischöflichen Immunitätsbereich umgewandelt wurde. Dieser Kirchenbezirk umfasste später Bischofskirche, Johanneskapelle, Bischofspalast und Domherrenhäuser, Augustinerkloster und Sankt Martin, die älteste Pfarrkirche der Stadt. Der aus dem Kloster Luxeuil kommende Bischof Ragnacharius war zu Beginn des 7. Jahrhunderts Vorsteher der Kirchen von Augst und Basel. Die erhaltene, fortlaufende Basler Bischofsliste aus dem 11. Jahrhundert setzt um 740 mit Walaus ein, ihm folgten Baldobertus und Waldo, bis mit Bischof Haito (805-823), dem Abt von Reichenau, die Baugeschichte des Basler Münsters erstmals fassbar wird. Er liess von Grund auf eine neue Kirche errichten, deren Grundzüge auch archäologisch nachweisbar sind. Seit der Reorganisation des Bistums im 8. Jahrhundert - vermutlich zur Zeit Pippins, dem ersten fränkischen König aus dem Geschlecht der Karolinger - umfasste es als Teil des Erzbistums Besan¬çon den Nordjura vom Bielersee bis zur Aaremündung und das obere Elsass bis Schlettstadt (Sélestat).

Nach der Teilung des karolinigschen Reiches von 843 gehörte Basel zunächst zum Mittelreich und nach dessen Auflösung um 880 zum ostfränkischen Reich unter Ludwig dem Deutschen. Der schriftlich überlieferte Ungaren-Einfall um 917 in Basel dürfte auch das Münster beeinträchtigt haben. In der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts ging Basel als Grenzstadt an das 888 gegründete Königreich Hochburgund über. Dieses übernahm 1006 der ottonische König und spätere Kaiser Heinrich II. per Erbvertrag seines Onkels Rudolf III. von Burgund.